01.10.2018
Do you speak Chinese?

Köln - Anlässlich des Erdogan-Besuchs liefert der WDR etliche Nachrichten auf seiner Internetseite gleich mit einer türkischen Übersetzung. Nicht, weil der Besucher eine entsprechende Sprachauswahl angeklickt hätte.

Die Übersetzung gibt es ungefragt dazu. Angesichts des internationalen Interesses könnte man eine englische Übersetzung nachvollziehen. Aber die aufgenötigte türkische Übersetzung ist kein guter Service, sondern befeuert den türkischen Nationalismus.

Würden in Köln 100.000 Chinesen leben, gäbe es die WDR-Lokalnachrichten dann ungefragt auch auf Chinesisch? Und wenn die restlichen 900.000 Kölner damit nichts anfangen können, sollen sie doch gefälligst chinesisch lernen? (rb/MF)

Kommentar von Lingua am 29.09.2018

Sprache ist Heimat, Sprache ist aber auch Herrschaft. Ein Eroberer zwingt den Besiegten zuerst immer seine Sprache auf. In Deutschland künden viele lateinische Fremdworte von den römischen Besatzern, französische Bonmots von den Franzosen und die Anglizismen von den Siegermächten des zweiten Weltkriegs. Deshalb führt die Türkei einen verbissenen Kampf gegen die kurdische Sprache in der Türkei und für das Türkische in Deutschland. Die Durchsetzung des Türkischen im Alltag ist keine Kultur-, sondern Machtpolitik.

 

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