28.08.2007
Das Bayerkreuz darf nicht sterben
Mülheim - Weil man es von Mülheim aus so gut sehen kann, haben wir das Bayer-Kreuz als Mülheimer Sehens-Würdigkeit eingemeindet. Deshalb auszugsweise dieser Bericht aus der Kölnischen Rundschau:

Beruflich betrachtet Sebastian Pöschke die Welt recht nüchtern. Der 24-Jährige studiert Mathematik. Doch wenn es um Fußball geht und um seine Stadt, dann wird der Leverkusener emotional. „Hier stirbt ein Stück Stadtgeschichte, ein Stück Heimat", sagt er dann mit heiligem Ernst - und meint das Ende einer Leuchtreklame. 51 Meter hoch und 300 Tonnen schwer hängt diese seit 1958 zwischen zwei Stahlmasten. Doch nun soll sie weg. Das Bayer-Kreuz wird 2009 abgerissen, so will es der Konzern. Doch vielen Leverkusenern blutet das Herz.

Eine Schar von Idealisten hat sich deshalb aufgemacht, um für den Erhalt von 1712 Glühlampen zu kämpfen. „Rettet unser Wahrzeichen“, ist ihr Motto, denn sie wollen sich nicht damit abfinden, dass dieses bald einer ultra-modernen Medienfassade weichen soll. Seinen Anfang nahm der moderne Kreuzzug bei der Faninitiative SVB und den Ultras Leverkusen, denn es sind vor allem die Anhänger von Bayer 04, die einen besonderen Bezug zum Markenzeichen des Bayer-Konzerns haben: Sie tragen es jeden Samstag auf der Brust.

Nun sammeln sie also Unterschriften, kleben Plakate, organisieren Infostände. Weit über 6000 Menschen unterstützen die Aktion nach Aussage der Initiatoren mittlerweile, in 250 Geschäften, Kneipen und Kiosken liegen Unterschriftenlisten aus, andere kursieren in Schulen und durch Betriebe .. Die Hoffnung: Die Leuchtreklame könnte unter Denkmalschutz gestellt werden. (Kölnische Rundschau, Achim Graf)