Alte Moschee auf der Keupstrasse (Bild KStA)
02.05.2007
Verwirrung um geplante Moscheen

Mülheim - Die Mülheimer Bezirksvertreter aller Fraktionen zögern noch: Sie wissen nicht so recht, wie sie mit dem Wunsch des kleinen Betreibervereins einer Moschee in einem Hinterhof der Keupstraße umgehen sollen, der in die Mülheimer Mündelstraße umziehen und dort ein neues Gemeindezentrum bauen will. Die Verwaltungsvorlage zur Änderung des Bebauungsplans liegt schon vor. Über den Bauherrn erfährt man da nichts. „Der Träger des Bauvorhabens wird im Rahmen des Planungsrechts nicht beurteilt", sagt die Chefin des Stadtplanungsamts, Anne Luise Müller. Das sei nicht ihre Aufgabe. Und so stochern die Bezirksvertreter erst einmal im Nebel. Wer verbirgt sich hinter der „Ömer ul Faruk Cami“, die in die ehemaligen Rhein-Energie-Gebäude an der Mündelstraße einziehen will?

Die unklare Situation in Mülheim ist symptomatisch: Die Stadt ist nicht auf die zu erwartenden Bauwünsche muslimischer Vereine und Verbände vorbereitet, die gerne ein neues Gemeindezentrum mit Moschee bauen wollen. Experten rechnen damit, dass nach dem Bau der ersten repräsentativen Moschee in Ehrenfeld durch den türkisch-islamischen Dachverband Ditib weitere Anfragen und Wünsche auf die Stadt zukommen werden. „Es gibt verschiedene Interessenten“, bestätigt Ina-Beate Fohlmeister vom Interkulturellen Referat der Stadt. Die Frage, wem man durch die Änderung von Bebauungsplänen den Moscheebau erlauben will und wem nicht, ist unbeantwortet .. (Kölner Stadt-Anzeiger, Helmut Frangenberg)

Kommentar: Kein vorzeigbarer Moscheebau ist ohne die aktive oder stillschweigende Zustimmung der türkischen Behörden vorstellbar. Nein, nein, nicht in der Türkei, hier in Deutschland. Deshalb sind einige Leute auch so vorsichtig bei dem Thema.

Wenn dagegen z.B. die Republikaner das Gebäude gekauft hätten und dort ein Tagungszentrum aufmachen wollten. Heißa, was hätten wir tagtäglich einen Aufmarsch von wackeren Demokraten. Aber Leute, die lediglich einen Gottesstaat in Deutschland errichten wollen, haben Anpruch auf vollen demokratischen Schutz. (rb/MF)