08.09.2009
Unter Mindestlohn
Mülheim / Köln - Liebe Leser, wir haben gestern über den EXPRESS-Artikel berichtet, der im Zusammenhang mit der Kommunalwahl die Frage "Arme - zu faul zum wählen?" aufwarf. Da passt der Bericht des WDR vom Montag über eine Razzia des Zolls in Kölner Hotels, ganz gut in die Diskussion:

"Fahnder des Hauptzollamtes haben bei Hotel-Kontrollen im Großraum Köln Stundenlöhne für Zimmermädchen von 3,75 Euro festgestellt. Das ist weniger als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns für Reinigungskräfte, der derzeit bei 8,15 Euro liegt. Gegen drei Reinigungsfirmen wird nun wegen des Verstoßes gegen die Mindestlohnregelung ermittelt. Das Hauptzollamt hatte mehr als 30 Hotels kontrolliert."

Wer einen ganzen Monat für 3,75 Euro Stundenlohn arbeitet, landet am Monatsende bei 650 Euro. Ähnliche Berichte gibt es auch aus anderen Branchen. Wer mit so einem Hungerlohn auskommen muss, interessiert sich in der Regel nicht so sehr für z.B. den Neubau des historischen Archivs in Köln. Aber wählen tun diese Leute täglich: Zwischen billig oder gar nicht. (rb/MF)