06.09.2009
Niedrige Wahlbeteiligung
Mülheim / Köln - Die niedrige Wahlbeteiligung am Sonntag hat nachdenklich gemacht. Der BILD-Zeitung fiel auf: Je ärmer ein Stadtteil ist, desto niedriger fällt dort die Wahlbeteiligung aus. "Dieser Zusammenhang gilt systematisch. Wenn man die Arbeitslosenquote kennt, kann man die Höhe der Wahlbeteiligung schon fast voraussagen", sagte der Politologe am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Armin Schäfer, der dpa in Köln.

Zu den Kommunalwahlen in der viertgrößte deutsche Stadt Köln erklärte er: "Im sozialen Brennpunkt Chorweiler sind 25,7 Prozent zur Wahl gegangen, im gehobenen Hahnwald waren es 64,4 Prozent. Dasselbe Muster zeigte sich bei Europa-, Landtags- und Bundestagswahlen." (BILD)

Kommentar: Anders ausgedrückt: Bürger, die vom Erwerbsleben ausgeschlossen sind, nehmen auch am politischen Leben nicht teil. Wichtig für die Demokratie ist also erst einmal Arbeit, möglichst für alle. Dann steigt das Interesse an der Politik von selbst. Leider lassen sich Beraterverträge, mit denen man auch ohne Arbeit viel Geld unter die Leute bringt, nicht für die ganze Stadt ausstellen. Die landen dann doch wieder im Hahnwald und anderen "politisch engagierten" Stadtteilen .. (rb/MF)