Beschlagnahmte Spielautomaten beim Zollkriminalamt in Dellbrück. (Bild: Worring, KStA)
24.09.2009
Razzia, Kommentar

Mülheim - Am Dienstag haben wir über eine Razzia berichtet, die illegale Spielautomaten und Steuerhinterziehung mit Schwerpunkt Keupstraße zum Ziel hatte. Es stellen sich ein paar interessante Fragen. Die spannendste zuerst: Wieviel Umsatz muss ein Geschäftsmann machen, um alleine Steuerschulden in Höhe von 3,5 Millionen Euro anzuhäufen?

Müssten wir nicht von illegalen Umsätzen von vielleicht 10 oder mehr Millionen reden? Wieso stellen die Gauner viele der illegalen Automaten in Kulturvereinen auf? Die Kulturvereine sind gemeinnützige Vereine, die es nur aus einem Grund gibt: Dem türkischen Gastarbeiter in der Fremde ein Stück Heimat zu geben. Und nicht, um illegalem Glücksspiel nachzugehen.

Wohin sind die immensen Gewinne geflossen? Haben Banken geholfen, das Geld außer Landes zu schaffen? Oder sogar, es wieder in Deutschland zu investieren? In weitere Geschäftsgründungen oder Immobilienkäufe? Ein harter Job für die Staatsanwaltschaft, Einblick in eine Parallelwelt zu bekommen, die sich mit eisernem Schweigen und gut bezahlten Anwälten verteidigen wird. (rb/MF)

Kommentar: Die Links auf Stadt-Anzeiger und Rundschau sind NICHT defekt. Die Artikel wurden vom Verlag entfernt. (rb/MF, 02.07.17)